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06.02.2014 - vario InfoMail: LG Köln Urteil / Urhebernennung (PDF-Download)
 

Liebe Kundinnen und Kunden,

in den letzten Tagen sorgte ein Urteil vom Landgericht Köln vom 30.01.2014 (Aktenzeichen 14 O 427/13) für viel Wirbel in der Bildbranche.
Dies hat uns dazu bewogen, zu diesem Urteil Stellung zu nehmen und deutlich klar zu stellen, ob und welche Auswirkungen dieses Urteil auf unsere Geschäftsbeziehungen zu Ihnen hat.

Vorweg genommen: für über uns lizenzierte Bilder, und deren Nutzung durch Sie, hat das Urteil keine Bedeutung!


Für diejenigen von Ihnen, die von dem Urteil noch keine Kenntnis haben, hier eine kurze Zusammenfassung. Das vollständige Urteil können Sie unter http://openjur.de/u/672132.html einsehen.
Das Urteil des LG Köln bezieht sich auf eine Abmahnung eines Fotografen, der seine Bilder über das Portal PIXELIO anbietet. Dieser Fotograf hat einen Nutzer eines dieser Bilder wegen der fehlenden bzw. unvollständigen Urhebernennung abgemahnt. Der Nutzer veröffentlichte das Bild auf einer Webseite im Internet und hat gemäß den Lizenzbedingungen von PIXELIO den Urheber am Ende der Seite, in der das Bild eingebettet war, genannt. Jedoch war es auf der Webseite diese Nutzers möglich, wie übrigens auf den meisten Webseiten, sich das Bild per rechtem Mausklick (?Grafik anzeigen??) in einem neuen Fenster, losgelöst vom Webseitenkontext, anzeigen zu lassen. In diesem neuen Fenster hat das Bild eine eigene, neue URL. Und es fehlt, da ja nur die Bilddatei ohne den Kontext angezeigt wird, die entsprechende Urhebernennung. Das LG Köln hat nun in seinem Urteil die Rechtmäßigkeit dieser Abmahnung anerkannt. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass es sich bei dieser Darstellung des Bildes um eine neue Nutzung handelt, und dementsprechend auch hier eine Urhebernennung zwingend erforderlich ist.

Grundsätzlich halten wir das Recht des Urhebers auf Nennung seines Namens am Werk, wie es im Urheberrecht § 13 verankert ist, für richtig und wichtig. Deshalb fordern wir auch für die durch uns direkt oder indirekt vertretenen Urheber eine korrekte Urheber- und Agenturnennung. Jedoch halten wir diesen konkreten Fall, bei dem es um die technische Möglichkeit geht, sich bei einer Onlinenutzung eine Bilddatei losgelöst von dem ursprünglichen Webseitenkontext anzeigen zu lassen, für eine Ausnahmesituation, die gesondert betrachtet werden muss. Wir werden, so lange es für diesen speziellen Fall nicht eine rechtsichere und für alle Seiten praktikable Lösung gibt, nicht auf einen korrekten Urheber- und Agenturnachweis bestehen. Mit unseren Bildlieferanten haben wir vertraglich vereinbart, dass die Umsetzung und Durchsetzung der Urhebernennung, bei der Nutzung der von uns angebotenen Bilder, in unsere Obliegenheit fällt. Sie brauchen auch nicht zu befürchten, dass wir Ihnen diese, rein juristisch gesehen, neue Nutzung unserer Bilder, zusätzlich in Rechnung stellen werden.

Für diesen speziellen Fall einer Onlinenutzung, auf den sich das Urteil des LG Köln bezieht, werden wir versuchen, zusammen mit Ihnen eine auch für die Zukunft rechtssichere Lösung zu erarbeiten. Unser Augenmerk liegt hier auf den Metadaten, die in einer Bilddatei eingebettet sind. In diesen Metadaten wird unter anderem auch der Urheber des Bildes aufgeführt. Technisch gesehen ist es unkompliziert, diese Metadaten in einem Webbrowser anzeigen zu lassen. Und damit wäre es z.B. möglich, dass bei einem Mouseover über ein Bild automatisch der Urheber- und Agenturvermerk eingeblendet wird. Leider stellt sich die Situation aber aktuell so dar, dass in vielen Redaktions- und Content-Management-Systemen Metadaten automatisch, ohne Wissen und Zutun des Nutzers, verändert oder gelöscht werden. Dies führt im Netz zu einer Vielzahl von Werken, denen weder ein Urheber, noch eine Nutzungsrechteinhaber zuzuordnen ist. Den sogenannten Verwaisten Werken. Auch in Sozialen Netzwerken, in denen tagtäglich Unmengen von Fotos veröffentlich werden, ist es die Regel, dass beim Upload einer Bilddatei die Metadaten ganz oder zumindest teilweise gelöscht werden. Einen interessanten Artikel von Heike Rost zu diesem Thema, mit einer umfangreichen Linksammlung, finden Sie hier: http://imageandview.com/notes1/sozialesnetz_verwaistewerke/.


Wir gehen davon aus, dass die Diskussion um dieses Urteil in den nächsten Tagen und Wochen noch anhalten wird, und es auch weiter zu einigen Fehldeutungen und Missverständnissen kommt. Wir verbinden damit aber auch die Hoffnung, dass dieses Urteil wieder die Debatte um Verwaiste Werke im Netz, und die Bedeutung von Metadaten, anregt. Vielleicht findet sich hier bald eine zukunftsweisende Lösung, mit der auch die in dem Urteil des LG Kölns aufgebrachte Problematik, für alle Seiten sinnvoll geklärt werden kann.

Im Falle von weiteren Fragen zu diesem Thema, oder wenn Sie Rat und Hilfe bei der Umsetzung eines korrekten Urheber- und Agenturnachweises brauchen, steht Ihnen das vario Team wie immer gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße


Ihr vario Team

 
 
Pressekontakt: Patrik Müller, Telefon: 0228-93 565-0, presse(at)vario-images.com
 
 
 
 
   
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